Restaurierungsbericht

Reinigung und Konservierung einer Bronzeskulptur

 Detlef Bach

 

  • Künstler:             Georg von Kovats

  • Inv.Nr.:                 PL-000089

  • Aufstellungsort:  Erich-Ollenhauer-Promenade Darmstadt

  • Datierung:          ca. Mitte 20. Jh.

  • Verantwortlich:   Diplomrestauratorin Gitta Hamm, Mathildenhöhe

  • Durchführung:     30.08.2004 bis 02.09.2004

  • Ausstellungszeitpunkt 1992

 

 

           

Zustand

  • Höhe mit Sockel 188 cm

  • Die stehende Mädchenfigur ist vollständig erhalten.

 Zu den Schäden

Mechanische Beschädigungen sind nicht vorhanden. Eine kleine Hiebmarke an der rechten Stirn stammt wahrscheinlich vom Ausformungsprozess nach dem Gussvorgang.

Entscheidende Beeinträchtigungen der äußeren Erscheinung der Skulptur entstanden durch verschiedenste Farbaufträge, Graffitis und Klebstoffe auf der Vorderseite. Die Rückseite der Figur blieb davon jeweils unberührt.

In einem ersten vandalistischen Durchgang wurden die Augen, der Mund mit angrenzenden Gesichtspartien, beide Brüste, die Innenseite der Oberarme und der Schambereich mit einem silberfarbenen Metalleffektlack besprüht.

Weiterhin sind Attacken mit Faserstiften, blauer Ölkreide, roter Lackfarbe, grüner Sprühfarbe, Kaugummi und vermutlich säurehaltigen Getränken auszumachen.

Natürliche Verunreinigungen wie Vogelkot und Staub fallen danach kaum noch ins Gewicht.

 

Zur Patinierung  

Die Skulptur ist wahrscheinlich dreistufig patiniert worden.

Eine erste dunkelbraun bis bläuliche Oxidpatina ist offensichtlich sehr uneinheitlich ausgefallen. Bereiche von fast tiefschwarzer Patina grenzen sich teilweise scharf von metallisch wirkender Bronzesichtigkeit ab.

Eine zweite Patinierung wurde übergelegt. Hierbei handelte es sich wahrscheinlich um eine organische Säure, die zu einer, das heutige hellgrün-gräuliche Aussehen bewirkenden Karbonatpatina führte. Diese Patinierung wurde in lockeren breiten Pinselstrichen aufgebracht und bewirkt eine sehr unruhige unregelmäßige Oberfläche. Die Kupferkarbonate liegen eher locker auf der Oberfläche auf und sind gegen Abrieb und Verschmutzung weitgehend ungeschützt.

Während der Reinigung konnte darüber hinaus eine Färbung einzelner Partien mit grüner Farbe ausgemacht werden. Ob diese organisch gebundenen Farbretuschen schon vom Künstler aufgebracht wurden, oder erst später korrigierend angelegt wurden kann heute nicht entschieden werden.

Vor allem in jenen Bereichen, die mit dem Metalleffektlack besprüht waren, sind Verluste der Patina zu verzeichnen. Die Karbonatschichten haben sich hier zum Teil gelöst, so daß die unregelmäßige braune Patina zum Vorschein kam. Dies gilt auch für den oberen Brustbereich, wo vom Kehlkopf abwärts, eine unbestimmte Flüssigkeit (wahrscheinlich eine säure- und zuckerhaltige Limonade o.Ä.) die Patina angegriffen hat.

 
        
Restauratorische Maßnahmen
  • trockene Bürstenreinigung
  • wässrige Reinigung mit entmineralisiertem Wasser

·         Ablösung der verschiedenen Farbschichten mit speziellen gelierten und flüssigen Lösungsmitteln

  • mechanische Entfernung von porenfüllenden Farbresten
  • Passivierung von aktiven Korrosionsnestern mit Benzotriazol (BTA)
  • kolorierende Angleichung von farblich sehr störenden Flächen und von Bereichen wo die Patina abgelöst war.  (vgl. Abb. 7-9)
  • Eine abschließende konservierende Schicht aus mikrokristallinem Wachs wurde in gelöster, pastöser Form aufgebracht und anschließend eingeschmolzen.
                     
 

Weiterhin zu beachten

Eine regelmäßige Reinigung von Staub, auffliegenden Blütenpollen und Vogelkot kann vorsichtig wässrig durchgeführt werden. Von einer trocken-mechanischen Reinigung ist dringend abzuraten. Die Beschichtung der Oberfläche mit dem syntehetischen mikrokristallinen Wachs Cosmoloid H80 verhindert ein allzu tiefes Eindringen von erneuten Verschmutzungen. Eine Entfernung kommender Farbschichten wird erleichtert. Diese Beschichtung sollte möglichst in drei-jährigem Turnus erneuert werden.

 
   
  Restaurierung Detlef Bach 2004