Zwei römische Hobel
 Funktionstechnologische Beobachtungen

Detlef Bach

Der Fundkomplex aus Oberüttfeld wurde Anfang 1996 zur Untersuchung übergeben. Es handelt sich um lose geborgene eiserne Werkzeuge, die seit dem Fundjahr 1991 in der Klimakammer des Trierer Landesmuseums aufbewahrt wurden. Der Komplex besteht aus zwei Hobeln und einem Baummesser.

Trotz der gleichbleibenden relativ geringen Luftfeuchtigkeit im Magazin begannen große Schollen von den ungefestigten Oberflächen abzuplatzen. An Hobeln und Messer waren noch erhebliche Mengen an mineralisierten Holzresten vorhanden. Auch diese drohten zunehmend zu zerfallen.

Das Ziel der Restaurierungsmaßnahmen war eine dauerhafte Konservierung der Funde. Begleitend dazu sollten vor allem die beiden Hobel auf funktionelle Aspekte hin untersucht werden.

Mit römischen Hobel haben sich W. Gaitzsch und H. Matthäus ausführlich beschäftigt, auf die sich auch die hier verwendete Terminologie stützt. Für Grundfragen zum Thema Hobel sei auf die entsprechende Fachliteratur verwiesen.

Die archäologischen Zusammenhänge wurden von Dr. Sabine Faust bearbeitet und sind publiziert in:
Sabine Faust, Ein römisches Gebäude bei Oberüttfeld (Kreis Bitburg-Prüm),
Trierer Zeitschrift, 62. Jahrgang 1999, S. 155 - 167

siehe auch: http://www.uettfeld.de/gemeinde/roemvillauettfeld/roemischegutshoefe/index.html

Der folgende Bericht ist vollständig publiziert in:
Detlef Bach, Zwei römische Hobel: Funktionstechnologische Betrachtungen,
Trierer Zeitschrift, 62. Jahrgang 1999, S.181 - 191

 

 


Detail "kleiner Hobel"


"großer Hobel"
Zeichnungen: Franz Dewald, Landesmuseum Trier

 


Zeichnungen: Franz Dewald
Alle wichtigen funktionellen Teile eines Hobels sind bei den Exemplaren aus Oberüttfeld zumindest teilweise erhalten: Aus der Öffnung ("Hobelmaul") in der ehemals metallischen Hobelsohle schaut bei beiden noch das Hobelmesser heraus. Dieses wird durch einen ehemals hölzerenen Keil, der gegen einen quer im hölzernen Hobelkasten führenden Bolzen ("Widerlager") getrieben wird, in Position gehalten. Die Verbindung zwischen Hobelsohle und den mit Grifflöchern versehenen Hobelkasten erfolgte durch senkrecht nach unten verlaufende, eiserne Bolzen.

Länge und Breite eines Hobels, die Dimensionierung des Hobelmaules und vor allem die Form, Lage und Art der Messerklinge geben wichtige Hinweise auf die ehemalige Funktion und Handhabung der Werkzeuge.

 

Kleiner Hobel (Abb. 1 a-c)

Maße und Funktion

Schon die Länge des kleineren der beiden Hobel von 211 mm zeichnet ihn als sogenannten Putzhobel aus. Der Putzhobel dient in erster Linie der Versäuberung schon weitgehend formgerechter Oberflächen, z.B. von Furnier, dem Bestoßen von Hirnholz und kleinen Einpassarbeiten. Er ist in der Lage, sehr feine Späne sauber und zuverlässig abzuheben.

Laut der heutigen DIN 7220 ist der kürzere der beiden Hobel aus Oberüttfeld sogar um knapp einen Zentimeter kürzer als ein modernes Normstück (220 mm). Mit der Gesamtbreite von 44 mm und einer Messerbreite von 29 mm (mod. 45- 48 mm) fällt er merklich schmäler aus als ein heute verwendeter Hobel. Ein weiterer wichtiger Hinweis auf die Verwendung als Putzhobel sind sein Schnittwinkel, sowie die schwache Wölbung der Schneide.

Das Hobelmesser:

Die leichte Wölbung der Schneide (1/10 mm Bogenhöhe auf 29 mm Messerbreite) bewirkt eine Verkleinerung der Spanbreite und ein Auslaufen der Spandicke zu den Rändern hin. Dies erleichtert das Einstellen des Hobels erheblich, weil man bei einer kleinen seitlichen Verkantung des Eisens nicht in Gefahr gerät, mit der Messerkante ins Holz zu ritzen.

Auch der Schnittwinkel hat für die Qualität der Arbeit eine entscheidende Bedeutung. Das Messer steht mit fast 54° steiler als die nach der heutigen DIN (5152) empfohlenen 50°. Dies ermöglicht ein besseres Brechen des Spanes, allerdings unter Steigerung des benötigten Kraftaufwands bei gleichzeitiger Verminderung der Standzeit der Schneide.

Der Keilwinkel, für den heute ein Richtmaß von 25° angegeben wird, liegt bei dem kleinen Hobel aus Oberüttfeld mit 28° durchaus in einem gut verwendbaren Bereich. Für eine saubere Arbeit muß der Hobel mehrfach im Laufe eines Tages abgezogen werden, was den zentralen Stellenwert der Schärflogistik in einer Werksatt verdeutlicht.

Keil und Widerlager

Die Einstellbarkeit des Messers im Hobelkasten ist ein sehr wichtiger Faktor bei der Beurteilung seiner Güte. Ein entscheidender Punkt ist dabei die Befestigung des Messers im Hobelkasten

Der Messerrücken muß unbedingt vollflächig auf dem Widerlager aufliegen und in dieser Stellung bereits einen exakten rechten Winkel zur Sohle bilden. Die Spannung durch den Keil darf nicht zu Verbiegungen des Messers führen. Den nötigen Gegendruck zum Keil liefert beim kleineren Hobel aus Oberüttfeld ein querlaufender eiserner Bolzen mit rechteckigem Querschnitts vor dem Messer.

Der mittlere senkrechte Bolzen zur Fixierung des hölzernen Hobelkastens sitzt direkt hinter dem Messer, so daß der Keildruck, der beim Einspannen des Messers entsteht schon vom Kopf des Bolzens abgefangen wurde. Nach vorne konnte der Druck über einen relativ hoch (30 mm) sitzendes Widerlager, dem erwähnten querlaufenden Bolzen, abgefangen werden. Dieser ist durch den Holzkasten gesteckt und seitlich innig mit zwei trapezförmigen Blechen verschmiedet. Auch diese Bleche waren sorgfältig ins Holz eingepasst. Sie überbrücken am Messer vorbei das Keillager und fangen so in entscheidendem Maße die Druckkräfte des Keils ab, weil sie hinter dem Messer mit je einem Nagel im Kasten befestigt sind, wobei die Nagelköpfe bündig mit der Blechoberseite liegen.

Die Feineinstellung des geschärften Messers erfolgte durch leichte Hammerschläge auf das obere Messerende. Die parallele Stellung von Schneide zu Sohle kann durch leichte Schläge gegen eine Seite des oberen Messerendes eingestellt werden. Beide Praktiken sind durch Grate an den Messern belegt.

Durch diese beiden Tätigkeiten läßt sich ein Messer aber nicht deutlich zurücknehmen. Wenn von sehr dicker Spanabnahme zu dünner Spanabnahme gewechselt werden soll, oder gar das Messer ganz entnommen werden soll, dann muß dafür die Keilspannung entsprechend gelockert werden. Die einzige Möglichkeit das Messer zurückzunehmen besteht bei den beiden antiken Hobeln darin, an Keil oder Messer zu wackeln, um die Spannung zu lösen.

Der oben angesprochene Keildruck kann ganz erheblich sein und sich unter Umständen negativ auf die Geradheit der Sohle auswirken. Durch den relativ hoch ansetzenden Keildruck nach vorn und hinten, könnten sich an einem zu schwachen Hobelkasten beide Enden der Sohle im Vergleich zum Hobelmaul nach unten drücken und so den Hobel mittig hohl laufen lassen.

Hobelsohle und Bolzen

Beim kleineren Hobel ist in die an beiden Enden nach oben gekantete eiserne Sohle der hölzerne Hobelkasten eingepasst, der eine Höhe von 40 mm hat. Befestigt wurde der Kasten durch drei senkrechte Bolzen, deren obenliegende Köpfe zierhafte Formen zeigen. In der stark zerfressenen Sohlenunterseite sind die eingeschmiedeten Bolzenenden zu erkennen. Die Sohle war also gelocht worden, die Bolzen von oben durch den Hobelkasten und die Sohle geschoben und dann unten verschmiedet. Der hintere verzierte Bolzenkopf verlängert sich in einem schmalen Band nach hinten auslaufend in geschweifter Form zur Sohle hin. Mit dieser war er aber wahrscheinlich nicht innig verbunden.

Die Köpfe der Bolzen waren in die Holzfläche eingetieft, was eine sehr individuelle Einpassarbeit voraussetzt.

Inwieweit eine eiserne Sohle der gefundenen Machart einem Verschleiß unterlag, bleibt offen. In jedem Fall war sie korrosionsanfällig. Angesichts der schmalen Stege, die die Länge der Sohle am Hobelmaul vorbei überbrücken, ist eine Durchbiegung der Sohle denkbar, sei es durch eben den genannten Keildruck, oder durch den heftigen Schlag auf eine Ecke, wie er durch einen Sturz von der Werkbank zu erwarten wäre. Ersteres hat zur Folge, daß die "Planierung" der Sohlenunterseite nach Fertigstellung des kompletten Hobels mit im eingebauten Zustand befindlichen Keil und Messer erfolgen mußte, der Schmied also auch nach der Holzkastenmontage noch einmal Hand anlegen mußte. Außerdem ist zu erwarten, daß die Sohle auch im Laufe der Zeit gelegentlich neu abgerichtet werden mußte. Zumindest die Kanten durften keinesfalls schartig sein.

Das Hobelmaul

Die Tatsache, daß das Hobelmaul beim kleinen Hobel um ca. 45 mm aus der Mitte nach vorne versetzt ist, erscheint eher ungewöhnlich. Vielleicht dient dies der besseren Handhabbarkeit des schweren Hobels. In jedem Fall erleichtert die kurze Distanz zur Vorderkante das Arbeiten in Ecken und auf begrenzten Flächen. An dem hier untersuchten Hobel ist das Maul mit seinen ca. 4 mm Spandurchgang ziemlich groß.

Die Größe des Hobelmauls ist für den Spaltvorgang sehr wichtig, denn der Span kann nur so dick abgenommen werden, wie es der Spalt zwischen Vorderkante Maul und Schneide es zuläßt. Aufgabe der vorderen Maulkante ist es, das Holz am Ausreißen zu hindern.

Zum Holzkastenaufbau

Die an beiden Hobeln in größerer Menge erhaltenen Reste des ehemaligen Holzkastens bieten, trotz weitreichender Verluste von Oberflächen, wesentliche Hinweise auf die ursprüngliche Form der ganzen Werkzeuge.

Zwischen dem mittleren und hinteren senkrechten Bolzen kann aufgrund der erhaltenen Holzoberflächen ein längliches Griffloch angenommen werden (Länge 57 mm, Höhe nur etwa 17 mm). Beide Enden des Langlochs sind erhalten. Sie sind rund und laufen oben und unten in einer Ebene aus. Reste der unteren Ebene sind erhalten (Abb. 2). Sie zeigt einen querlaufenden kleinen Absatz, den Ansatz einer flachen Nut wie bei einem gut erhaltenen Hobel von der Saalburg.

Wie die Spankastenöffnung beschaffen war, ist nicht mehr eindeutig belegbar. Wahrscheinlich war der Hobelkasten aus einem Stück gefertigt und die Spanöffnung wurde ausgestemmt, so daß zwei 7 mm dicke Holzwände an dem Messer und der Spanöffnung vorbei den vorderen und hinteren Teil des Kastens miteinander verbanden.

Vom Holzkeil ist noch soviel erhalten, daß seine Umrisse bestimmt werden können. Er ist 7,5 cm lang. Das obere Drittel ist dreieckig gebildet.

Insgesamt kann festgestellt werden, daß alle Bereiche des Holzkastens, mit denen die Hände in Berührung kommen können, ergonomisch anschmiegsam geformt waren. Hier sei erwähnt, daß ein Hobel durchaus nicht immer nur von sich weg arbeitend geführt wird, sondern - je nach Erfordernis - auch ziehend oder überkopf und quer zum Körper. Aus diesem Grund sollte ein Hobel in jeder denkbaren Weise bequem zu packen sein. Dies war bei dem beschriebenen Hobel der Fall. Die Tatsache, daß die Eiseneinlagen (Bolzenköpfe, Seitenbleche) bündig mit der Holzoberfläche lagen, ist in diesem Zusammenhang zu sehen. Lediglich das Gewicht mit ursprünglich ca.1100 - 1200 Gramm, würde heute unangenehm auffallen.

 

 

 

 

 

 

 


"kleiner Hobel"
Zeichnungen: Franz Dewald, Landesmuseum Trier

 

 

 

vgl.:
W. Nutsch (Lektorat), Holztechnik Fachkunde. 15., völlig neu bearbeitete Auflage (Haan-Gruiten 1995) 286-290. - 

vgl.:
H. Söhlemann, Handbuch der Tischlerei. 3. Auflage. (Leipzig 1921). - J.M. Greber, Die Geschichte des Hobels. Von der Steinzeit bis zum Entstehen der Holzwerkzeugfabriken im frühen 19. Jahrhundert (Zürich 1956).

vgl.:
Sabine Faust, Ein römisches Gebäude bei Oberüttfeld (Kreis Bitburg-Prüm),
Trierer Zeitschrift, 62. Jahrgang 1999, S. 155 - 167

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Großer Hobel 

Maße und Verwendung

Die Länge von 373 mm läßt auf die Verwendung des Hobels für die Bearbeitung längerer Werkstücke bzw. größerer Flächen schließen. Nach heutigen Maßstäben (DIN 7218 / 5145)) liegt der Hobel zwischen dem Doppelhobel (240 mm) und der Rauhbank (480 - 550 mm). Das mit 28 mm wesentlich schmälere Messer deutet hier auf die überwiegende Verwendung zur Bearbeitung von Kanten und Fugen hin.

Die Zahnung (Abb. 4) des Messers ist ein deutlicher Hinweis auf die Verwendung des Hobels beim Verleimen als sogenannter Zahnhobel. Die noch bis in unser Jahrhundert verwendeten tierischen Leime (Knochen-, Fisch-, Hautleim u.a.) erforderten aufgerauhte Leimflächen, weil das Eindringverhalten dieser Substanzen ins Holz relativ gering war. Durch die Zahnung des Messers wurde die Klebefläche vergrößert und durch zwangsläufig entstehende Hinterschneidungen optimiert. Außerdem können sog. Wurzel-, oder Maserfurniere, die sich durch starke Verwachsungen des Holzes auszeichnen mit einem gezahnten Messer sicherer bearbeitet werden als mit einer herkömmlichen Schneide.

Bemerkenswert ist, daß das Messer im oberen Fünftel auf der Spiegelseite einen Stempel (28 x 6 mm) mit der Aufschrift "GESATVS" trägt.

Es wird kein Zufall sein, daß die Messer der beiden Hobel aufgrund ihrer Maße austauschbar waren (s.Tabelle). So standen dem Tischler also eigentlich vier Hobelarten zur Verfügung. Denn der Zahnhobel eignet sich natürlich ausschließlich zum Vorbereiten der Leimfuge, nicht aber zum Abrichten und Glätten von Kanten und Flächen. Zum Aufrauhen von kleineren Furnierleimflächen würde man einen kürzeren Zahnhobel bevorzugen. Abgesehen von sehr speziellen Anwendungen (Simshobel, Profilhobel), war der Handwerker mit diesen beiden Hobeln sehr gut ausgestattet.

Vieles, was schon grundsätzlich zur Funktionsweise eines Hobels bei der Beschreibung des kleineren Hobels angeführt wurde, läßt sich auch auf den Zahnhobel übertragen. Die Einstellbarkeit des Messers durch Keil und Widerlager oder Verschleiß und Pflege der Hobelsohle spielen hier eine genauso zentrale Rolle.

Holzkasten, Bolzen und Sohle

Auch beim längeren der beiden Hobel ist der sorgfältig in die Eisensohle eingepaßte, seitlich flächenbündige Holzkasten aus einem Stück gefertigt. Die Ansätze der länglichen Grifflöcher sind an beiden Enden erhalten. Der Hobelkasten wird hier von vier senkrechten Bolzen gehalten, die auf der Sohlenunterseite auf sehr charakteristische Weise eingeschmiedet wurden. Die Löcher, die zur Bolzenaufnahme gefertigt wurden (unklar bleibt hier, ob sie heiß eingeschmiedet oder gebohrt wurden), sind von der Unterseite an ihrer Kante mehrfach eingekerbt (Abb. 5). Das dadurch hervorquellende Material konnte nach dem Durchstecken des Bolzens dicht an diesen angeschmiedet werden. Die anschließende Glättung der Sohle hinterließ den unregelmäßigen Kranz aus kleinen länglichen, dreieckigen Vertiefungen.

Der Bolzen vor dem Messer trägt noch Teile eines mindestens halbrunden flachen Kopfes, der, wie die beiden weiteren erhaltenen Köpfe auch, in die Holzflächen vertieft erscheint. Betrachtet man jetzt die gleichartig geformten, aber aufeinander zu weisenden vorderen- und hinteren Zierköpfe, so liegt die Vermutung nahe, daß die beiden schmalen Fortsätze in einem Band mündeten, das die jeweils äußeren und inneren Bolzenköpfe verband. Darauf weisen zum einen die Bruchkanten der Fortsätze hin, zum anderen die Tatsache, daß ein kompletter Kopf, sowie Teile des zweiten fehlen.Es sind also in diesen Bereichen Befunde verloren gegangen..

Eine Variante des Bandes wie an einem Hobel aus Köln ist denkbar. Aus Sicht der Haltbarkeit der 7,5 und 9 cm langen Griffbrücken wäre eine solche Eisenlasche nicht zwingend erforderlich, obwohl natürlich die Keilkräfte der Messerspannung so auf vier anstatt auf nur zwei Bolzen verteilt würden.

Im Falle des langen Hobels ist vor dem Messer ein Querbolzen als Keilwiderlager in den Kasten eingearbeitet und vor und hinter dem Messer je ein weiterer (jeweils etwa 16 mm über der Sohle). Ein gelochtes Trapezblech mit geschwungenen Schmalseiten verstärkt den Hobelkasten und verbindet auf jeder Seite die Bolzen miteinander (Abb. 5). Die Seitenbleche sind auch hier im Holz eingelassen, so daß zwischen den eisernen Sohlenseiten und den Blechen ein Holzstreifen von 5 mm Breite sichtbar blieb. Solch ein Streifen taucht oberhalb des Bleches wieder auf und bildet den Abschluß zur Hobelkastenoberseite. Insgesamt liegt hier eine überaus stabile Konstruktion mit durchaus zierhaftem Charakter vor.

Die erhaltenen Holzoberflächen beweisen, daß auch hier sehr auf abgerundete Kanten und Handlichkeit geachtet wurde. Mit fast 1400 g Gewicht stellt der Hobel natürlich ein schweres Werkzeug dar.

 

 


"großer Hobel"
Zeichnungen: Franz Dewald, Landesmuseum Trier


Abb. 4

 

 

 

 

 

 

 

 


Abb. 5

Der Bericht ist im vollständig publiziert in:

Detlef Bach, Zwei römische Hobel: Funktionstechnologische Betrachtungen,
Trierer Zeitschrift, 62. Jahrgang 1999, S.181 - 191

 

 

  Alle Zeichnungen: Franz Dewald, Landesmuseum Trier
  Restaurierung und Untersuchung:
Detlef Bach, Winterbach 1996

 

 

 

Hobel 1

"Putzhobel"

Hobel 2

"Zahnhobel"

 

ursprüngliches Gesamtgewicht

1100 - 1200 g

(davon Holz ca. 180g)

1300 -1400 g

(davon Holz ca. 200g)

Sohle

Länge gesamt

211 mm

373 mm

 

Breite gesamt

44 mm

43 mm

 

Dicke gesamt

9 mm

6,5 mm

Hobelmaul

Breite

29 mm

29 mm

 

Länge

8 mm

6,5 mm

 

Anteil nach

Vorne / Hinten

% Verschiebungaus der Mitte, bez. auf Gesamtl.

60 / 151

21 %

181 / 192

1,5 %

Kasten

Breite

44 mm

43 mm

 

Höhe über Sohle

50 mm

45 mm

Messer

 

glatt,

ganz leicht gewölbt

gezahnt

14 Riefen auf Spiegelseite,

 

Länge

170 mm

226 mm

 

Breite

29 mm

28 mm

 

Dicke

4,5 mm

4,5 mm

 

Schnittwinkel

54°

53°

 

Keilwinkel

28°

32°

 

Freiwinkel

26°

21°