Römischer Bronzekessel aus Jülich

 

Der Fundkomplex wurde 1951 im Bereich des alten Rathauses in Jülich geborgen. Die eiserne Kesselaufhängung mit anhaftenden verkohlten Haferspelzen wurden 1991 von Frank Willer am Landesmuseum Bonn freipräpariert und untersucht. Der Fund ist publiziert von Ursula Ibler, in  Archäologie im Rheinland 1991, S. 87-88

 


Zur Klärung der Kesselform und für die Präsentation des Fundes waren weitreichende Rückformungen nötig. Das besondere Problem bei den Fragmenten aus Kupferlegierung waren die unterschiedlichen Korrosionsformen in denen sie vorlagen. Die Partien des Bodenbereichs, die unmittelbar Kontakt zur eisernen Kette hatten, waren vollständig durchkorrodiert und versprödet. Die Wandfragmente dagegen waren zäh-elastisch.
In einem ersten Schritt wurden die Fragmente kalt rückgeformt und aufgrund des so gewonnenen Gefäßprofils ein Gipskern gedreht. Auf diesem Kern konnte eine laminierte stabile Nachbildung des Gefäßprofils hergestellt werden.
Aus dieser so gewonnenen Laminatschale wurden die im Original erhaltenen Partien ausgeschnitten und an deren Stelle die Originaleeingeklebt. Der Vorteil dieser indirekten Ergänzung liegt darin, daß die Laminatkapsel für eine weitgehende Stützung der Gefäßform sorgt (die Fragmente alleine waren dafür zu instabil) .
Kleinere Fehlstellen wurden belassen

Außerdem war gewährleistet, daß nur minimale Klebeflächen nötig waren um den Originalbefund an der Stützkapsel zu fixieren.  Eine etwaige Ablösung der Ergänzung ist wegen der Acrylbeschichtung der Bronze  jederzeit möglich.





 

 

 

 

 

Der Kessel heute, mit den lose eingelegten Kettengliedern aus Eisen
und den verkohlten Spelzen


Die originalen Partien sind ganz klar von der anretuschierten
Ergänzung zu unterscheiden.
  Restaurierung: Detlef Bach, Winterbach 2002