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Konservierung eines aus Ziegel gemauerten Töpferofens Restaurierungsbericht Detlef Bach, Dr. Susanne Greiff |
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vgl.:
W. Finke, Führer zu Vor- und Frühgeschichtlichen Denkmälern, Bd 10, Hg. Römisch-Germanisches Zentralmuseum Mainz
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Zustand |
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Der Töpferofen wurde im Rahmen der Grabung des Landesmuseums für Vor- und Frühgeschichte und dem Seminar f. Ur- und Frühgeschichte der Uni Münster 1976 ergraben und en bloc geborgen. Die ziegelgemauerte Konstruktion ist von lehmiger Erde umgeben, die z.T. ausgiebig durch die frühere Ofennutzung verziegelt ist. Die Kuppel des aus Ziegeln gemauerten, birnenförmigen Ofens fehlt heute. In seinem Inneren wurde der Ofen während der Grabung freigelegt, außen nur bis auf ein gestuftes Planum.
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gesamte Gebilde ist völlig von Wurzelwerk durchzogen.
Die Wurzeln haben zum einen für die Lockerung des Materials geführt, z.
B. waren die schwach gebrannten Ziegel von kleinsten Wurzel durchwachsen
und so aufgerissen worden. Dickere Wurzelstränge hatten sich zwischen die
Fugen der Ziegel gedrängt. Man kann davon ausgehen, dass dieses
Wurzelwerk während der fast 30-jährigen Lagerung auch für einen
gewissen Zusammenhalt der Substanz gesorgt hat.
Der ca. 330 cm x 160 cm große Insitu-Block lag lose auf der bei der Bergung installierten massiven Stahlrohrkonstruktion, umgeben von einem 5 cm dicken Rahmen aus Holz. In diesem Zustand ist der Ofen in der Vergangenheit mehrfach bewegt und transportiert worden . |
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Zur Sicherung der Befunde war zu einem früheren Zeitpunkt eine Mörtelmasse auf weiten Teilen der Oberflächen aufgebracht worden. Einige Fugen und Risse waren verspachtelt. Noch von einer Rekonstruktion der Ofenkuppel stammend, sind die oberen Mauerabschlüsse dick mit dieser Mörtelmasse belegt, mit denen die Rekonstruktion offenbar angeklebt worden war . |
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Vermutlich handelte es sich bei der Ergänzungs-, bzw. Klebemasse um eine Acryl-Sandmischung. Diese stützte die Wandbereiche nicht ausreichend, war darüber hinaus ästhetisch wenig ansprechend, fast im Sinne einer Verputzerarbeit über weite Bereiche der Ofen und Planumsflächen geschmiert. Die mittleren Kuppelwände waren nur durch eingeklemmte Stützen (handelsübliche Mineralwollrollen) gehalten und dennoch war bereits ein Teil der Wandung eingestürzt. Die Ziegel lagen völlig fragmentiert im Inneren des Ofens . |
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Vor allem in den Randbereichen des Planums fanden sich massive Setzrisse die sich z.T. seit der ersten oberflächlichen Schließung deutlich verbreitert haben. Der Block drohte zunehmend in sich zusammenzusinken . In Folge dieser Setzungen waren auch in der anstehenden Ziegelkuppel bereits Risse entstanden . Insgesamt war der Fund völlig von einer grauen Staubschicht bedeckt. Die Oberfläche des Innenraums war mit Erde zugeschwemmt, die die Strukturen verdeckten. Innen wie Außen lösten sich einzelne Ziegel und Ziegelbruchstücke ab. Keramik, die beim Bau in die Außenseite der Ofenkonstruktion mit eingearbeitet worden war, lag zum Teil abgebrochen auf den Planumsflächen . Ein Bergungs- und Restaurierungsbericht lag nicht vor.
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Bearbeitung der Außenbereiche
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Bearbeitung der Innenbereiche
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1. wiederholte Injektion von sehr dünnflüssigem Epoxidharz Araldit 2020 in vorhandene Risse bzw. in 4 mm starke Injektionsbohrlöcher. 2. wiederholte Injektion von niedrigviskosem Epoxidharz Araldit AY 103 HY 956 in vorhandene Risse bzw. in 4 mm starke Bohrlöcher 3. Injektion und Spachtelung von Epoxidharz Araldit AY 103 HY 956, stehend eingedickt mit Aerosil in Risse und Mauerfugen, zur Verfüllung und statisch-stabilisierenden Stützung der anstehenden Wandung.
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Fazit
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Der Ofen und das anstehende Verfüllungsplanum konnten mit verschiedenen Methoden bis hin zu kleinen Details, wie z.B. einer Verschlackungsspur im mittleren Ofenbodenbereich freigelegt werden. Im Inneren bot sich aufgrund der festen Keramikoberfläche eine Nassreinigung an. Die äußeren Ziegel und Verfüllungsstrukturen konnten nur trocken gereinigt werden.
Die Verfüllung von Fugen und Rissen dient einerseits der Kaschierung von notwendigerweise eingebrachten Stützklebungen, andererseits aber auch der zusätzlichen Stabilisierung. Hierfür wurde in den gemauerten Bereiche eine wärmeflexible Acrylsandmischung verwendet um etwaige klimabedingte Bewegungen auszugleichen. Im Bereich des Verfüllungsplanums wurde dagegen neben der Verfüllung mit PU-Schäumen eine druckfeste Fugenmasse auf mineralischer Basis verwendet. Eine rein oberflächliche Festigung konnte in keinem Fall ausreichen, weil vor allem die Ofenwände aufgrund Ihrer Innenneigung besonders gesichert werden mussten. Hierzu kam ausschließlich Epoxidharz in Frage. So konnte erreicht werden, dass alle belasteten Bereiche ausreichend getränkt, und die Wände mit dem anstehenden Verfüllungsbereich verankert wurden. |
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Die Retusche der Ergänzungen vor allem Außen, zielte in Richtung Unauffälligkeit. Eine deutlich erkennbare Ergänzung lenkte den Blick zu sehr vom Objekt ab, hin zu den zunächst für einen Besucher nicht zu erklärenden Verfüllungen. Im Inneren konnte weitgehend auf Ergänzungen verzichtet werden. Hier sind die originalen Lehmfugen mit gebrannt und daher weit besser erhalten. Lediglich lose Fragmente wurden punktuell mit Epoxidharz hinterspritzt. Eine Gesamtfestigung erfolgte aber auch hier mit stark verdünnter Acrylharzlösung. Der Ofen ist in seiner Substanz weitgehend gesichert und gefestigt. Einer Präsentation im unklimatisierten wettergeschützten „Zelt“ steht nichts entgegen. Bei mechanischer Belastung der Wandungsbereiche etwa durch „Besucher“ oder bei einer Reinigung kann ein Abbrechen jedoch nicht ausgeschlossen werden.
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Weitere Empfehlungen
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Eine regelmäßige Reinigung von Staub und einfliegenden Blütenpollen kann vorsichtig mit dem Staubsauger durchgeführt werden. Von einer unkontrollierten wässrigen Reinigung ist dringend abzuraten. Durch das natürliche Ausdehnungsverhalten der seitlichen Holzplanken kann an der Kontaktfuge zum Erdblock ein Riss entstehen. Die geplante Seitenverkleidung sollte daher den Randbereich einige Zentimeter überdecken.
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| Restaurierung Mai 2004, Detlef Bach, Dr. Susanne Greiff | |