Kopienbau

 

 

 

Dieses Salbgefäß aus dem Stadtmuseum Ingolstadt wurde als Schwenkform kopiert.  Das heißt, die Gefäßinnenflächen entsprechen später nicht dem Original.

Eine gründliche Isolierung der Oberflächen mit einem geeigneten Schutzlack verhindert einen direkten Kontakt von Abformmaterialien mit dem Objekt. Der Lack vermindert natürlich gleichzeitig die Zeichnungsschärfe der Oberfläche.

 

Die Negativform muss mindestens zweiteilig aufgebaut werden. Daher als erster Schritt der Aufbau einer Trennlinie, hier mit mit einem Wachspräparat ausgeführt. Die Nietköpfe dienen als Schlösser. Damit erreicht man eine gute Passgenauigkeit der beiden Formhälften.  

 

Diese eine Hälfte des Originals wird mit dem elastischen Material (hier ein bestimmter Silikonkautschuk) abgeformt und zur Versteifung noch mit einer Gipsschale eingekapselt.

Nach der Entfernung der Plastilinmasse wiederholt man den Vorgang auf der anderen Seite und die Schwenkform ist fertig.

 
 

   

 

 

 

 

 

Etwas aufwendiger gestalten sich Abformungen an Großobjekten wie dieser Darstellung des Apoll aus dem Landesmuseum Trier.

Besonders bei solchen porösen Materialien muß penibel auf eine Absperrung der Oberfläche gegen eindringendes Silikonöl geachtet werden. Die Aufgabe hier war es, ein Replikat für die bewitterte Aufstellung im Außenbereich anzufertigen.

 

 

Prinzipiell erfolgt der Formbau in gleicher Weise wie oben bei dem kleinen Bronzegefäß schon beschrieben. Allerdings muß bei komplizierteren Objekten darauf geachtet werden, daß die Formkapseln später auch teilbar bleiben. Deshalb wurden hier sogenannte Kapselkeile aus Gips gefertigt, die von außen bequem mit Schrauben fixiert werden können. So lassen sich die Kapselhälften auch bei starken Hinterschneidungen noch trennen.  

 

Insgesamt bestand diese Form aus zwei Silikonhälften, vier laminierten Außenkapseln und neun, von außen verschraubbaren Innenkeilen .

 

Der Ausguß der Form  mit mineralischer Gießmasse erfolgte natürlich auf dem Kopf stehend. Punktuell wurden Entlüftungen eingebohrt und die Schwachstellen an den Unterschenkeln mit Drahtarmierungen verstärkt.
  Ausführung: D. Bach, W. Muskalla, A. Estor, 
Winterbach 2000 / 2002