Das Falkenhof-Museum in Rheine

 

 

Foto Pressereferat Stadt Rheine

 

 

 

 

Der Falkenhof in Rheine (Kreis Steinfurt) ist seit dem Jahr 838 als Adelssitz bezeugt. 1939 verkaufte die Familie von Basse den Hof an die Stadt Rheine, die dort später ein Museum einrichtete.

Im Rahmen des NRW-Förderprogrammes „Regionale 2004“ wurde der unter Denkmalschutz stehende Falkenhof im Jahre 2003/2004 zu einem modernen und behindertengerechten Stadtmuseum umgestaltet.

 

 

 

Im Zuge dieser Maßnahme wurde bei Baggerarbeiten in rund 4 Meter Tiefe ein Backsteingewölbe angerissen. Die weiteren Untersuchungen ergaben, dass es sich um ein weit verzweigtes begehbares Kanalsystem mit direkter Anbindung an das dreiflügelige Gebäudeensemble handelt. Nach bisherigen Erkenntnissen liegt die Erbauungszeit im 17./18. Jahrhundert.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Im sogenannten Tagebau wurden die Kanäle mit viel Aufwand 1,25 – 1,60 m tief in den hier anstehenden Kalk geschlagen. Anschließend wurde darüber ein Backsteingewölbe in einzelnen Segmenten von 1,80 m Länge errichtet. Die obertägige Verfüllung erfolgte mit Kalksteinbruch.

 

 

 

 

Foto Gerd Cosse, Rheine

 

 

 

Foto Gerd Cosse, Rheine

 

 

Insgesamt drei Öffnungen gewähren einen Zugang in das etwa 60 m lange System, das in den Graben der ehemaligen Stadtbefestigung führt.

Aus diesen drei Schächten  konnte außergewöhnlich umfangreiches Fundmaterial eines adeligen Haushaltes des 17. bis 19. Jahrhunderts geborgen werden. Vor allem das Tischgeschirr in Form von Fayencen, chinesischem und deutschem Porzellan und zarten Trinkgläsern zeigt den materiellen Wohlstand der ehemaligen Bewohner des Falkenhofes.

Foto Gerd Cosse, Rheine

 

 Das Gebrauchs- und Luxusgeschirr ist heute im neuen Stadtmuseum ausgestellt – an dem Ort, an dem es einst von den Bewohnern auch benutzt wurde. Durch Glasplatten können die Besucher einen Blick in Tiefe des Kanalsystems werfen.

 

 

 

Wissenschaftliche Betreuung: Gaby Hülsmann, Falkenhof Museum Rheine

Fotos und Restaurierung: Detlef Bach, Magreth Stein, Winterbach 2004