Tränkungsverfahren

 

Die Festigung von archäologischen Fundstücken ist gerade bei  Metallen oft unumgänglich. Einerseits muß ein Korrosionsschutz im Inneren der Objekte den metallischen Kern vor weiterer Korrosion schützen. Ebenso ist es aber notwendig, den Stücken wieder eine mechanische Festigkeit zu geben, damit sie nicht bei jeder Handhabung während der restauratorischen Arbeit, aber auch später zerfallen.

 

 

Für die Festigung solcher Feinheiten, wie die Textilreste auf einer frühmittelalterlichen Riemenzunge, bedarf es solcher Materialien die sowohl den ästhetischen, als auch konservatorischen Erfordernissen gerecht werden. Die Verwendung von Acrylharzen zum Beispiel hat den Vorteil, daß sich die verwendete Lösung auf den jeweiligen Fall einstellen lässt. Wie man an dem Bild rechts sieht, sind die Gewebestrukturen auch nach der Tränkung offen geblieben.

Acrylharze haben außerdem eine sehr gute Alterungsbeständigkeit und sind reversibel. Sie lassen sich zudem problemlos bei Tränkungen im Unterdruck einsetzen.

Grundsätzlich müssen alle Funde vor einer Benetzung mit Kunstharzen eingehend untersucht werden. Auflagen, wie organische Holz- oder Textilreste, müssen in jedem Fall vor einer Tränkung freigelegt werden. 

 

Für die Festigung von kleinen wie großen Fundstücken steht in unserer Werkstatt ein kombinierter Vakuum- Druckkessel zur Verfügung. Hierin lassen sich sowohl große Mengen kleinster Objekte, aber auch Schwerter oder Kanonen behandeln.

Der Kessel kann sowohl mit Unterdruck als auch mit Überdruck betrieben werden . In einem ersten Durchgang wird ein Unterdruck erzeugt, der die Luft aus den Kapillaren des porösen Korrosionsgefüges evakuiert. In einem zweiten Durchgang kann bis zu 8 bar Überdruck auf den Kesselinhalt gegeben werden, so daß die Kunstharze besonders effektiv eindringen können.

   
Die Kanone aus Pellingen, Kreis Trier-Saarburg war über fünf Jahre entsalzt worden. Die ursprünglich gusseiserne Substanz musste anschließend dringend gefestigt werden, weil die Korrosionsschichten in bis zu drei Zentimeter dicken Schollen abzufallen drohten.
   
  Restaurierung: Detlef Bach, Winterbach 1999 / 2003