Große Fundmengen und Einzelstücke

Auf archäologischen Ausgrabungen gibt es nicht nur "Highlights" zu konservieren und restaurieren. Gerade bei größerem Fundaufkommen wird standardmäßig ein mehrstufiges Verfahren angeboten.

Konservatorische Maßnahmen zur Fundsicherung

  • Bildgebende Dokumentation von Vor- und Endzustand
  • Röntgenuntersuchung von Blockbergungen oder Einzelfunden
  • Konservierung der unterschiedlichen Materialien
  • Vorbereitung für die Magazinierung mit Trocknung, Verpackung, Beschriftung etc.

Weitergehende restauratorische Schritte (nach Bedarf)

  • Präparation von Suchschnitten zur Funddiagnostik
  • Freilegung von organischen Anhaftungen
  • Vollfreilegung und Bearbeitung bis zur Ausstellungsreife

Schönende Retuschen an Eisenfunden, wie etwa die Schließung von oberflächlichen Fehlstellen und Rissen, oder die Glättung allzu störender Rostblasen, können im Einzelfall erwogen werden

Einige Beispielarbeiten

Berabeitet werden ausschließlich aktenkundige Bodenfunde mit Herkunftsnachweis

Fränkisches Gräberfeld Münstermaifeld

Grabungsbegleitende Konservierung und Untersuchung der Metallbeigaben aus ca. 50 fränkischen Gräbern. Ein großer Teil der Fundzusammenhänge wurde in Blöcken geborgen und nach einem mit der Landesarchäologie Koblenz besprochenen Verfahren erdfeucht bearbeitet:

  • Röntgenunteruchung aller Blöcke
  • insitu Präparierung der Funde
  • Fotodokumentation der Fundlage mit Fundverwaltung
  • erneute Röntgenuntersuchung der entnommenen Einzelobjekte
  • Fotodokumentation nach Präparierung von organischen Anhaftungen
  • zeitnahe Einleitung der Entsalzung des Eisens oder Trocknung anderer Materialien
  • Teilfreilegung aller relavanter Funde
  • Vollständige Bearbeitung zahlreicher Grabinventare für Präsentationszwecke
Goldprobierstein aus einem Tascheninhalt

Die Schritte in Bildern

Block vor der Öffnung. Mit allen Markierungen und Nordpfeil  
Röntgenaufnahme des Blockes  
In mehreren Ansichten  
Nach der Öffnung mit erster Teilfreilegung  
Erweiterte Nummernverwaltung  
Röntgen nach der Vereinzelung  
Fotos vom Vor-, Zwischen- und Enzustand  
Detailfotos bei Bedarf  
Archivtaugliche Fundbeschriftung  
Montagen Montagen für Ausstellungszwecke  
Block vor der Öffnung. Mit allen Markierungen und Nordpfeil   Röntgenaufnahme des Blockes   In mehreren Ansichten   Nach der Öffnung mit erster Teilfreilegung   Erweiterte Nummernverwaltung   Röntgen nach der Vereinzelung   Fotos vom Vor-, Zwischen- und Enzustand   Detailfotos bei Bedarf   Archivtaugliche Fundbeschriftung   Montagen für Ausstellungszwecke  

Festungsforschung Ingolstadt

Die Schanz – Neues aus der alten Festung

Im Zusammenhang mit den Festungsforschungen in Ingolstadt wurden inzwischen die Metallfunde einer ganzen Reihe von innerstädtischen Ausgrabungen restauratorisch untersucht. Besonderes Merkmal dieses Fundmaterials war, neben der schier unüberschaubaren Menge an Objekten, vor allem deren schlechter Erhaltungszustand. Meine Arbeiten zielten deshalb von vornherein zunächst auf die Indentifizierung besonderer Stücke. Durch Teilfreilegungen und Röntgenaufnahmen konnten mit minimalem Aufwand aus tausenden Funden jene ausgefiltert werden, die für die geschichtlichen Zusammenhänge relevant sind.

Ausstellung zur Festungsforschung Ingolstadt:
Die Schanz – Neues aus der alten Festung

Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim

Konservatorische Betreuung laufender Grabungen seit 2017.

  • Konservierung/Restaurierung, Röntgenuntersuchungen
  • Magazinberatung
  • Anfertigung individueller Präsentationshilfen für Sonderausstellungen

 

Textiler Kopfschmuck aus der Remigiuskiche in Ingelheim. Die Fasern sind noch wassergesättigt  
In Zusammenarbeit mit Ines Birk von der Forschungsstelle Individuell geformte Präsentationshilfen inclusive Lupe.  
Bentonitschüttung In Zusammenarbeit mit Ines Birk von der Forschungsstelle  
Foto: Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim Foto: Benjamin May, Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim Der Vitrinensockel wurde zur Klimastabilisierung mit loser Bentonitschüttung gefüllt  
Textiler Kopfschmuck aus der Remigiuskiche in Ingelheim. Die Fasern sind noch wassergesättigt   Individuell geformte Präsentationshilfen inclusive Lupe.   In Zusammenarbeit mit Ines Birk von der Forschungsstelle   Foto: Benjamin May, Forschungsstelle Kaiserpfalz Ingelheim Der Vitrinensockel wurde zur Klimastabilisierung mit loser Bentonitschüttung gefüllt  

Münzfunde Augsburg

3200 römische Münzen waren offensichtlich durch ein späteres Hochwasserereignis sekundär verlagert worden. In Bezug auf die Erhaltung der Münzen ist dies recht interessant, weil sich in vielen Fällen zeigte, dass in Folge des Hochwassers jede bereits damals vorhandene Korrosionsschicht aberodiert war. Diese Münzsklette sind dann in einer zweiten Korrosionsphase wieder spezifisch nachkorrodiert. Die nachweisbaren Oberflächen sind zwar z.T. sehr schön erhalten und gut freilegbar, zeigen aber dennoch nur den erodierten Zustand nach dem Hochwasser und sind daher in vielen Fällen nicht mehr datierbar. 

Ziel der Arbeiten war es, alle Münzen systematisch auf eine Datierbarkeit hin zu untersuchen. So konnten die besonderen Fundumstände in einen zeitlichen Rahmen gesetzt werden. 

Kurzbericht zur Grabung von Dr. Sebastian Gairhos: 
Jahrhundertfund dank Jahrhundertflut: Neues zum „Lechviertel“ von Augusta Vindelicum
Stadt Augsburg, Schwaben

Schlachtfeld am Harzhorn

Konservierung und Restaurierung hunderter (frisch-) Waffenfunde aus den laufenden Prospektionen.

An einigen der vielen Kettenhemdfragmente konnte die Vernietung der Ringe nachgewiesen werden

Tauschierungen aus Rheinland Pfalz

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
                     

Einzelobjekte

 
 
 
 
 
 
Blockbergung Gondorf, Landesarchäologie Koblenz  
 
 
Ziernaht auf einem frühmittelalterlichen Textil aus einer Frauenbestattung